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Fassadengestaltung
Im Frühling 1999 arbeitete ich an der Fassadengestaltung der neuen Turnhalle "Chabismoos" in Matten. Das Schriftgemälde beginnt an der westlichen Aussenwand. Der Text bewegt sich wellenförmig vorwärts. Vier Blaubock-Käfer und die Metamorphose des Abendpfauenauges ergänzen den Text an der Aussenwand. Die Eier, die Raupe und das Kokon sind - wie die Käfer - auf die Betonwand gemalt. Der Falter selber löst sich von der Wand, um scheinbar fortzufliegen. Im Innern der Halle geht der Text weiter und endet sozusagen am Ausgangspunkt. Über dem Innentext krabbeln drei Feuerwanzen, fliegt eine Libelle davon und schleicht eine Schnecke über die Worte. Auch Schnecken gehören in eine Schul-Turnhalle!
Fassadentext:
Hinter jedem Wesen steht ein grosses Geheimnis. Seine Geschichte. Sein Weg. Seine Umwege. So wie der Schmetterling Ei war, dann Raupe und Kokon; so wie der farbige Käfer einst Made war, so soll das Kind heranwachsen in seinen Farben, in seinen Formen als einzigartiges Geschöpf. Es darf lernen seine Beine und Füsse zu brauchen, davonzukrabbeln wie der leuchtende Käfer, um das Leben zu erforschen, Wege und Umwege zu machen. Es darf lernen, seine Flügel zu brauchen, davonzufliegen wie der Schmetterling, um den Himmel zu entdecken. Es darf lernen seine Sinne zu brauchen, zu schauen, zu riechen, zu hören, zu ertasten, was die Welt ihm zeigt.

Es darf lernen zur Höhe zu streben, sich aufzurichten, sich zurückzuziehen; es darf lernen, alleine zu sein und es darf lernen mit andern zu sein. Es darf lernen, unterwegs zu sein und es darf lernen, zuhause zu sein. Es darf lernen, weiterzulernen, ein Leben lang. Das menschliche Leben ist eine Metamorphose, ein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.